Alles Jazz bei der Musikkapelle Schabs

Es war ein Experiment…Blasmusik aus Südtirol trifft Jazz! Dieser ungewöhnlichen Kombination konnten die Zuhörer am 30. Juni an einem besonderen historischen Schauplatz, der Festung Franzensfeste, lauschen. Die Musikkapelle Schabs trat dort zusammen mit internationalen Jazz-Größen beim renommierten Südtiroler Jazzfestival auf. Die 60-köpfige Kapelle hatte zuvor in einem 3-tägigen Workshop zusammen mit dem Allgäuer Multiinstrumentalisten Matthias Schriefl, Ludwig Maximilian (Wiggerl) Himpsl von der bayerischen Unterbiberger Hofmusik und dem Komponisten und Experimentalmusiker Simon Rummel ein gemeinsames Konzertprogramm erarbeitet.

 

Zustande kam das Projekt durch den Kontakt einiger Musikanten der Musikkapelle Schabs mit dem Organisator des Südtiroler Jazzfestivals und Präsidenten des Vereins „Jazz Music Promotion“, Klaus Widmann. Im Rahmen eines Workshops beim Südtiroler Jazzfestival 2012 wollte Widmann einen Anfang wagen, die Südtiroler Blasmusik mit dem Jazz in Verbindung zu bringen. Die Mischung gefiel so gut, dass gemeinsam beschlossen wurde, das Projekt auf eine gesamte Kapelle auszuweiten. Die Musikkapelle Schabs stellte sich sogleich zur Verfügung. „Für uns war das Jazzfestival eine tolle Gelegenheit über die Grenzen der traditionellen Blasmusik hinauszusehen und auch andere Stilrichtungen kennenzulernen. Wir sind noch eine recht junge Kapelle (gegründet 1984) und sind offen für solche musikalischen Experimente“, so Stephan Obexer, Kapellmeister der Musikkapelle Schabs. „Eine Fusion aus Blasmusik und Jazz ist eine spezielle und nicht alltägliche Mischung, und dies auch noch in einer Kulisse wie der Franzensfeste spielen zu dürfen war ein eindrucksvolles Erlebnis.“

 

Mit den drei Tutoren Schriefl, Himpsl und Rummel erarbeitete die Musikkapelle Schabs in einem 3-tägigen Workshop eigens für diesen Anlass komponierte bzw. arrangierte Jazz-Stücke von Schriefl und Rummel. Auch die traditionelle Blasmusik kam nicht zu kurz und so waren im Konzertprogramm auch Märsche und Polkas zu finden, welche mit jazzigen Variationen geschmückt worden sind. „Beim Workshop war für uns die größte Herausforderung, von unserer sonstigen Gewohnheit, nach Noten zu spielen, wegzukommen. Unsere drei Tutoren legten Wert darauf, dass wir uns einfach von der Musik führen lassen und lernen zu improvisieren“, meint Simone Rungger, Saxophonistin der Musikkapelle Schabs.

 

Laut Klaus Widmann war dieses Projekt eines der Highlights des diesjährigen Südtiroler Jazzfestivals, ein Projekt, welches auf alle Fälle fortgeführt und ausgebaut werden sollte. Die Kombination von Jazz mit der traditionellen Südtiroler Blasmusik war ein gelungenes Projekt. Dies konnte man nicht zuletzt an der Spielfreude der Musikantinnen und Musikanten ablesen. „Das schöne war, dass wir auch abseits des Workshops mit unseren Tutoren Spaß hatten.“, so Stephan Obexer. „Nun werden wir schauen, dass wir das Gelernte auch bei unseren Sommerkonzerten anwenden können.“

 

kg

 

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