2011-11 Pilgerfahrt nach Rom

Dienstag, 08. November


Nachdem wir in Rom so viel erleben durften, ist es wohl das Beste, dass die Geschehnisse etwas strukturierter als gewöhnlich aufgearbeitet werden - so starten wir damit, wie wir am Dienstag, den 08. November gestartet sind, die Wort-Gottes-Feier an der Chiesa dell'Autostrada del Sole, weiter nach Assisi (mit der wunderbaren "Santa Maria degli Angeli"), um dann ins "Fraterna Domus" nach Rom zu gelangen.

Beginnen wir also mit der Abfahrt - um 05.20 Uhr ging es los Richtung Rom. Ein vollgepackter Musikbus startet zur Pilgerreise nach Rom. Bis alles eingepackt war, ging es schon gegen 06.00 Uhr morgens zu, wo unser Pfarrer Thomas Huber dann auch den Engel des Herrn mit uns betete.

Bis Modena war es noch recht ruhig, dann erwachten die ersten unter uns bei der ersten Rast mit den verschiedensten stimulierenden Getränken: von Kaffee bis Schokolade bis zu einem Gläschen Weisswein - jeder auf seine Art.

An der "Chiesa dell'Autostrada del Sole - Chiesa San Giovanni Battista" folgte nach einigen Umwegen (nicht alle Busfahrer wussten wohin und verfuhren sich - unser Busfahrer Erich hätte es schon gewusst, aber bei 4 Bussen ist sogar ein Bus ein Herdentier) der Wort-Gottesdienst, den vier Posaunen feierlich umrahmten. Gar nicht so einfache Stücke hatten sie sich ausgesucht und die Akustik in dieser modernen, 1963 erbauten Kirche, half den Bläsern nicht gerade - gerade deswegen noch einmal ein riesiges Kompliment an die Bläser!

Danach ging es weiter Richtung Assisi. Hier durften wir unseren mittlerweile doch großen Hunger bei sehr guten Nudeln und Fleisch stillen. Erst hier fiel auf welch große Gruppe eigentlich unterwegs war. Für 220 Leute ein Restaurant zu finden ist gar nicht so einfach.

Anschließend ging es zur Kirche "Santa Maria degli Angeli" (http://de.wikipedia.org/wiki/Santa_Maria_degli_Angeli_%28Assisi%29). Die Kirche ist einfach nur wunderschön und vor allem die Portiunkulakirche, um welche die Kirche eigentlich gebaut wurde hat schon eine starke Ausstrahlung.

Am Abend, nach dem Abendessen, genossen wir noch etwas die Ruhe und begaben uns noch in die Bar, wo wir schon voller Spannung aufzählten, was uns morgen erwarten würde...

 

Mittwoch, 09. November


Was einige von uns an diesem Tag erlebt haben, wird wohl lange in Erinnerung bleiben. An einem Tag die Generalaudienz mitzuerleben und aktiv mitzugestalten, einer Privataudienz beizuwohnen und eine Messe im Petersdom zu feinern, das ist, wie Pfarrer Arthur es so schön ausgedrückt hatte, einfach nur Gnade. Ein Nachbericht...

Somit sind wir beim großen Tag, den Höhepunkt, angelangt. Das Wetter war wunderschön und begrüßte uns beim Weckruf, der um 06.00 Uhr ertönte. Bereits um 07.30 Uhr war Abfahrt vom Fraterna Domus. Einige Gesichter waren noch etwas müde und einige Augen noch ziemlich schläfrig. Wir hatten aber Zeit uns wieder zu akklimatisieren, bewegten wir uns dann im gemächlichen Tempo Richtung Gianicolo voran. Es war (wie auch die nächsten Tage), ordentlich Stau auf der Ringstraße.

 

Gegen 09.00 Uhr kamen wir an der Tiefgarage für Busse (gewaltiger Komplex) an. Mit nunmehr strahlenden Gesichtern ging es direkt zum Petersplatz, wo auf uns Musikanten auch schon jede Menge Fotoapparate warteten .

 

Betont lässig ging es gaaaannnz nach vorne zu den Treppen und hier durften wir neben einer Blaskapelle (hatten auch zwei Sänger dabei) aus Malta Platz nehmen. Weitere zwei Musikkapellen aus Italien hatten sich bereits ordentlich positioniert und dann stimmten wir schön der Reihe nach die wartende Menge ein. Die zwei Obmänner (Stefan und Franz) und Kapellmeister (Stephan und Franz) waren als Vertreter der Musikkapellen auch zur Privataudienz eingeladen und verfolgten unsere Märsche auf der gleichen Ebene, wo auch der Papst Platz nehmen sollte, mit. Den 47er Regimentsmarsch ließ sich Stephan nicht nehmen, selbst zu dirigieren und hierzu hat Simone ein Video erstellt:

 

 Jetzt aber merkte man uns die Aufregung schon an – kaum ging ein Raunen durch die Menge, reckten sich gleich alle Köpfe, alle wollten Fotos machen – aber genau das war auch das Schöne: man spürte schon einen gewissen Zauber, der von diesem Ort ausgeht.

Simone dirigierte ein um den anderen Marsch und im Hintergrund wurde bei „Mein Heimatland“ oder „Standschützen“ fleißig mitgeklatscht.

 

Dann war es endgültig aus mit uns als Gruppe – Papst Benedikt fuhr mit dem Papamobil vor. Da gab es dann kein Halten mehr. Er fuhr direkt neben uns vorbei und fuhr dann gemächlich den ganzen Petersplatz ab.

 

Die Generalaudienz selbst war sehr feierlich, aber auch lange. Schließlich musste in sechs-sieben Sprachen die Lesung vorgelesen werden, die Erörterung der Psalmen (vom Papst vorgetragen) wurde auf italienisch gehalten und danach begann die Aufzählung der Delegationen in der jeweiligen Landessprache. Prof. Gelmi erklärte uns am nächsten Tag, dass für Mitte November sehr viele Menschen auf dem Petersplatz waren (ca. 20.000- 30.000).

Hier konnten wir dann schon erahnen, wie schnell man reagieren musste, um den Papst etwas vorsingen oder vorspielen zu können (unsere Freunde aus Malta hatten den Einsatz verpasst). Dann waren die deutschsprachigen Gruppen an der Reihe. Simone, anfangs doch etwas nervös, wartete ab, straffte sich und mit einem kurzen Pre-avviso (bei dem Wort „Bruneck) leitete uns dann souverän durch „Großer Gott wir loben dich“. Schöööööööön.

 

Videos zu Generalaudienz findet Ihr hier.

 

Der Papst grüßte in seiner kurzen Rede uns noch einmal explizit und nach dem Segen fuhr Papst Benedikt wieder an uns vorbei. Wir nahmen uns noch Zeit ein Gruppenfoto zu machen, während sich der Platz zunehmend leerte.

 

Beim Gang Richtung Mittagessen erlebten wir noch eine besondere Überraschung: ein Mitglied des Musikvereins Steingaden war samt Gattin auch am Petersplatz. Da darf ein Erinnerungsfoto nicht fehlen (folgt noch).

 

In der Zwischenzeit waren unser Stef(ph)ans und Franz’s bereits bereits bei der Privataudienz und jeder erzählte im Nachhinein wie schön und erhebend diese Atmosphäre war. Hier alle Eindrücke aufzuzählen würde den Rahmen wohl sprengen.

 

Nach dem Mittagessen gab es eine Führung in die Vatikanische Museen, genauer zur Sixtinischen Kapelle. Andere stiegen zur Kuppe des Petersdoms und genossen die Aussicht.

 

Am Nachmittag gab es dann einen weiteren musikalischen Höhepunkt: wir spielten im Petersdom die Messe! Die Akustik war der Wahnsinn und auch Stephan, der den Taktstock wieder übernommen hatte, war angesichts dieses Klangs mehr als gerührt (vor allem der St. Florian-Choral war sehr schön). Spontan hatten sich mehrere Priester gefunden gemeinsam mit uns die Messe auf Deutsch zu feiern (ist nicht selbstverständlich) und so zelebrierten um Generalvikar Matzneller rund 13 (oder waren es 16?) Geistliche den Gottesdienst. Man kann sich wohl vorstellen, wie feierlich so eine Messe dann war.

 

Am Abend feierten wir dann noch richtig doll den erlebten Tag und sangen uns noch die Seele vom Leib ;-)

 

Mittwoch 10., Donnerstag 11. November

 

Tag 3 machte uns klar, wie schwierig es logistisch ist, 220 Personen pünktlich an einen Ort zu bringen. Geduld und Rücksichtsnahme war angesagt – was nicht immer ganz einfach war. Das Highlight war aber sicherlich die Messe in der Basilika „San Paolo fuori le mura“. Aber mehr dazu im Nachbericht…

Nachdem wir noch alle am Mittwochabend die schönen Erzählungen und Erinnerungen aufgearbeitet haben und darauf angestoßen haben, hatten wir Schwierigkeiten am Donnerstag pünktlich in den Tag zu starten. Nicht immer, ist jemand der Pünktlichkeit einfordert selbst pünktlich und so starteten wir zu spät los.

 

Wir im Musikantenbus hatten die Gelegenheit Prof. Gelmi als Reiseführer für die Morgenfahrt zu haben. Dieser schaffte es, unseren Bus im Nu in seine Erzählungen einzubinden. Ein Wahnsinn, was dieser Mann alles weiß und auch noch mit Jahreszahlen untermauert!

Wie auch am gestrigen Tage, hatten wir wieder mit Stau zu kämpfen, der sich so gar nicht auflösen wollte. Aber dank der kurzweiligen Erklärungen von Seiten Herrn Gelmi, war es gar nicht so schlimm.

 

Froh waren wir dann aber schon, als wir gegen 10.30 Uhr (wir wollten um 09.30 Uhr dort sein) bei der Basilika „San Paolo fuori le mura“ (deutsch: Sankt Paul vor den Mauern) ankamen. Die Musikkoffer waren noch gar nicht ausgepackt, da begann schon die Messe. Wir reagierten schnell und spielten uns mit der Festmusik no. 1 die Seele vom Leib. Davon sind dann wohl auch vier Musikanten aufgewacht, die den Abend im Rom verbracht hatten und verschlafen hatten (war zwar nicht sooo toll, aber zumindest das Ende der Messe durften sie noch mithören).

Wie dem auch sei, die Akustik war mindestens gleich bombastisch wie im Petersdom, wenn nicht sogar noch beeindruckender. Hier durften wir einige anspruchsvolle Werke zum Besten geben und mindestens drei Mal gab es doch Gänsehautfeeling beim Schreiber (und das hat dann schon was!). Danke allen Beteiligten für so eine Gelegenheit!

 

Leider hatten wir nachher keine Möglichkeit mehr, diese Kirche genauer zu betrachten – aber für alle die mal nach Rom kommen: schaut euch diese Kirche an!

Zeitlich am Limit, ging es zu den Calixtus-Katakomben, wo wir eine Führung der größten und wichtigsten Katakombenanlage genießen durften. Beeindruckend war, dass auch die heilige Cäcilia hier begraben wurde. Unsere Führung erzählte uns auch in markanter Weise, wie die heilige Cäcilia den Märtyrertod gestorben ist (sie wurde dort liegend und enthauptet gefunden).

 

Erst gegen 14.00 Uhr kamen wir zu unserem Mittagessen (welches im Gegensatz zu den anderen Mittagessen eine kleine Katastrophe war) und nachher stand der Nachmittag und Abend zur freien Verfügung. Um 23.00 Uhr sollten wir dann alle wieder abfahren – aber wir hatten den Tag schon nicht pünktlich begonnen und sollten ihn auch nicht pünktlich beenden. Zum Unterschied des Tages, gab es für zwei unserer Musikanten kein Erbarmen und sie mussten mit dem Taxi nach Hause (und kamen wohlgemerkt zur gleichen Zeit wie der Bus ans Ziel).

 

Am Freitag ging es Richtung Heimat (wir starteten mal wieder zu spät) und wir im Musikantenbus hatten noch riiiiichtig viel Spaß beim Witze erzählen und Singen.

 

Zusammenfassend ein ganz großes Lob den Hauptorganisatoren (Bürgermeister Dr. Peter Gasser, Pfarrer Artur Schmitt, Anton Mair am Tinkhof als Leiter des Pilgerbüros und unserem Reiseleiter Michaeler Josef). Es war eine Reise, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Ein großes Lob an alle Musikanten von Natz und Schabs. Ich glaube, wir sind uns in der Probenzeit um einiges nähergekommen und es hat richtig Spaß gemacht, zusammen zu musizieren!

Vielen Dank unseren Obmännern und Kapellmeistern ohne die solche eine Fahrt zum einen gar nicht möglich gewesen wäre, zum anderen musikalisch nicht so interessant geworden wäre.

 

DANKE